Schießbefehl reloaded – die Flintenweiber der AfD

Die Partei der "besorgten Bürger" hat sich endgültig demaskiert: Sie ist undemokratisch, steht nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes und Rechtsstaats, verdreht die Fakten, verbreitet Lügen und hetzt die Menschen auf. Sie trotzdem noch zu wählen, hat nichts mehr mit "Sorgen", "Ängsten" oder "Protest" zu tun.
Anfangs hat AfD-Vorkämpferin Frauke Petri es wenigstens noch verstanden, dem staunenden Publikum das Etikett "gemäßigt" vorzugaukeln. Nein, sie sei ja gar nicht grundsätzlich gegen Flüchtlinge oder Ausländer – nein, sei lehne Gewalt ab – nein, sie würde die eine oder andere Entgleisung eines ihrer Parteifreunde "so nicht" artikulieren. Wer ihr und ihren Gesinnungs-Genossen von Anfang nicht glaubte, wurde ermahnt, doch bitte nicht zu pauschalisieren.
Nun hat Frau Petri dafür gesorgt, dass man weder pauschalisieren noch mutmaßen muß. Aus dem Verdacht, die AfD sei rechtsextremistisch, machte sie Gewissheit, indem sie in einem Anfall von Ehrlichkeit den DDR-Schießbefehl wiederbelebte: Um Flüchtlinge am Überschreiten der deutschen Grenze zu hindern, müsse die Polizei auch zur Waffe greifen. Ihre "Frau fürs Grobe" Beatrix von Storch sekundierte und gab auch Frauen und Kinder zum Abschuss frei (um letztere dann gnädigst wieder aus der Schusslinie zu nehmen).
Hat die Parteivorsitzende da nur mal die Kontrolle über ihre aggressive Rhetorik verloren? Hat sie das, wie Politiker nach mißglückten Äußerungen ja gern behaupten, "eigentlich ganz anders gemeint"? War das "aus dem Zusammenhang gerissen"? Ist sie "mißverstanden" oder gar (Achtung, Lügenpresse!) bewußt fehlinterpretiert worden?
Nein, sie hat das, wie sie ja selber bestätigte, genau so gemeint, wie sie es gesagt hat. In einem Punkt allerdings liegt sie nicht nur politisch, rechtlich und moralisch total daneben, sondern auch historisch: Die DDR wollte mit Schießbefehl und Selbstschussanlagen die eigenen Bürger daran hindern, das Land zu verlassen, während laut AfD heute Menschen mit Waffengewalt gehindert werden sollen, das Land zu betreten. Das hätte die in Dresden geborene und in der Niederlausitz sozialisierte Frau Petri eigentlich wissen sollen.   H.J.M.