Luzern: Aufbruch in eine neue Ära

Der neue Chefdirigent Riccardo Chailly und Festival-Intendant Michael Haefliger stellen die Zukunftspläne des Lucverne Festivals und seines Orchesters vor

 

Riccardo Chailly, der neue Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra, hat in Luzern gemeinsam mit dem Intendanten des Lucerne Festival, Michael Haefliger, erste Pläne zur zukünftigen künstlerischen Ausrichtung des Festival-Orchesters vorgestellt. Sie stützen sich auf die große Tradeition dieser von Claudio Abbado und Pierre Boulez inspirierten Veranstaltungsreiche und werden im kommenden Jahr, also ab 2017 , zum Tragen kommen.

Ab 2017 wird Chailly zum Auftakt des Sommer-Festivals jeweils drei Konzertprogramme mit dem Lucerne Festival Orchestra präsentieren. Das Eröffnungskonzert wird einmal wiederholt. Ab Herbst 2017 ist jährlich eine grosse internationale Tournee geplant, die erste Konzertreise ist für Oktober 2017 nach Asien geplant.

Das Sommer-Festival 2016 eröffnen Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra am 12. August mit Gustav Mahlers Sinfonie der Tausend. Chailly widmet dieses Konzert dem 2014 verstorbenen Claudio Abbado und vervollständigt damit den Mahler-Zyklus, den Abbado mit dem Lucerne Festival Orchestra selbst nicht mehr zu Ende führen konnte.

In den kommenden Jahren möchte der neue Chefdirigent auch neues sinfonisches Repertoire erschliessen: Auf seiner Agenda stehen unter anderem Igor Strawinskys Opern-Oratorium Oedipus Rex, Rossinis Bühnenmusik Edipo a Colono, eine ausgesprochene Rarität, die Tondichtungen Macbeth und Ein Heldenleben von Richard Strauss, Igor Strawinskys Sacre du Printemps sowie die Erste Sinfonie g-Moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky.

Die Besetzung des Lucerne Festival Orchestra wird im Sommer 2016 in seiner Grundstruktur bestehen bleiben, hinzu kommen einige Musiker des Teatro alla Scala aus Mailand, deren Principal Conductor Riccardo Chailly ist.

Mit der Gründung des Lucerne Festival Orchestra hatten Claudio Abbado und Michael Haefliger 2003 an die Geburtsstunde der Luzerner Festspiele im Jahr 1938 angeknüpft, als Arturo Toscanini gefeierte Virtuosen ihrer Zeit zu einem einzigartigen Eliteorchester vereinte. Nach seinem Vorbild versammelte auch  Abbado Sommer für Sommer international renommierte Solisten, Kammermusiker und Musikprofessoren in Luzern. Dieses «Orchester der Freunde» etablierte sich weltweit als eines der führenden Sinfonieorchester.

Mit Riccardo Chailly übernimmt nun einer der gefragtesten Dirigenten unserer Zeit die künstlerische Leitung des Orchesters. Der 1953 geborene Mailänder ist dem Festival seit 1988 eng verbunden und gastierte hier mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und dem Gewandhausorchester Leipzig. Er ist – auch über das Künstlerische hinaus – ein würdiger Nachfolger Claudio Abbados.                Hans-Jürgen Mahlitz