Der "König" und der "Hund der Könige"
Wie ein »König«
mit dem Hund der
»Könige« umgeht
Das Restaurant von Paul Bocuse hatte ich schon einmal besucht, kurz nach der feierlichen Ordensverleihung durchValérie Giscard d’Estaing. Für mich war es ein spezielles Vergnügen – aus einem sehr speziellen Grund:
An diesem Abend spielte mein Dalmatinerrüde Bodo die Hauptrolle. Er war daran gewöhnt, bei solchen Gelegenheiten zusammengerollt unter meinem Stuhl in Ruhe abzuwarten, wann Herrchen endlich Dessert und Digestif hinter sich bringen würde. Anders heute Abend: Bodo wollte partout nicht unauffällig unter meinem Stuhl liegen, sondern da, wo er alles aus den Augenwinkeln beobachten konnte, mitten im Durchgang zwischen den Tischen. Die Kellner hatten Mühe, dem Hund ein ähnliches Schicksal wie dem ausgestopften Tiger im „Dinner for one” zu ersparen.
Meine Versuche, ihn mit der Leine im wörtlichen Sinne aus dem Verkehr zu ziehen, beendete Bocuse höchstpersönlich: Der Dalmatiner, so belehrte er mich, gelte in Frankreich als der „Hund der Könige“, und als solcher könne er sich niederlassen, wo er wolle; die Kellner müssten eben aufpassen, wo sie hintreten!
Während ich mich den herannahenden kulinarischen Genüssen zuwandte, setzte Monsieur noch eins drauf: Ob „le chien des rois” vielleicht etwas aus seiner Küche kosten wolle? Eine rein rhetorische Frage, hinter Bocuse stand bereits ein Oberkellner mit einer kleinen Porzellanschüssel.
In solchen Momenten spürt man, ob der Hund wirklich der treueste Gefährte des Menschen ist. Bodo war es: Er, der sonst nichts aus fremder Hand fraß, schleckte genüsslich die Schüssel bis auf den letzten Rest aus und verhalf damit auch mir zu nachhaltiger Beliebtheit.
Mervi beaucoup, Monsieur! Et bon appétit!
Meine Versuche, ihn mit der Leine im wörtlichen Sinne aus dem Verkehr zu ziehen, beendete Bocuse höchstpersönlich: Der Dalmatiner, so belehrte er wolle, die Kellner müssten eben aufpassen, wo sie hintreten!
Während ich mich den herannahenden kulinarischen Genüssen zuwandte, setzte Monsieur noch eins drauf: Ob „le chien des rois” vielleicht etwas aus seiner Küche kosten wolle? Eine rein rhetorische Frage, hinter Bocuse stand bereits ein Oberkellner mit einer kleinen Porzellanschüssel.
In solchen Momenten spürt man, ob der Hund wirklich der treueste Gefährte des Menschen ist. Bodo war es: Er, der sonst nichts aus fremder Hand fraß, schleckte genüsslich die Schüssel bis auf den letzten Rest aus und verhalf damit auch mir zu nachhaltiger Beliebtheit.
HJM